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20 Jahre Begegnung mit Böhmen

Eine Kurzfassung unserer Geschichte

Es gibt wohl keinen Unternehmer, dessen Geschäftsidee nicht irgendwie mit der „großen Geschichte“ zusammenhängt. Man macht es sich nur selten klar. Bei meiner Geschichte mit „Begegnung mit Böhmen“ liegt es aber auf dem Tablett. Sie begann 1990 und konnte nur in diesem geschichtlich besonderen Jahr beginnen.

Die Jahre vorher war ich als Theologe und Kulturwissenschaftler an der Uni tätig, wollte aber raus aus der Theorie, etwas Praktisches unternehmen. Von eigenen Fernreisen geschult, was man als Tourist alles falsch und kaputt machen kann, kam ich auf die Idee, mit Seminaren Fernreisen zu qualifizieren. Das gab es noch nicht. Ich hoffte auf Interesse der Reisenden und Unterstützung durch die Bonner Politik. Beides vergeblich. Das Projekt ist 1989 gescheitert.

Dann ging die Grenze auf. Vor der Haustüre, in Radfahr-Entfernung, war plötzlich eine Landschaft zugänglich, die bis dahin – touristisch gesehen – weiter von uns entfernt war, als Peru, Kenia oder Indien. Die Grenze ging über den Osser, keine zwei Kilometer vor meinem Geburtshaus. Die Schmugglergeschichten meines Großvaters, die von der ehemals reichen böhmischen Seite erzählten und dass dort die Natur viel wilder, das Bier viel besser und die Wirtshausstimmung viel ausgelassener war, hatte ich fast vergessen. Der Eiserne Vorhang und mein Fernweh nach exotischen Ländern hatten die Geschichten der Kindheit gänzlich in den Hintergrund gedrängt.

Februar 1990, eine Tagesfahrt nach Prag: Wir wurden vom Wenzelsplatz zum Hradschin geschleust, danach Einkaufsbummel, auf der Rückfahrt in Pilsen Auffüllen der Plastiktüten mit Bier und Sekt, das Schönste war der Blick aus dem Busfenster in den Böhmerwald.

Erst Sommer 1990 das Schlüsselerlebnis. Meine Frau und ich radelten über die Grenze, die Moldau entlang bis Krumau. Und waren hin und weg. Mit der wunderschönen Landschaft hatten wir noch halbwegs gerechnet, aber nicht mit dieser großartigen Kultur, die sich für uns im Westen im tiefsten Dornröschenschlaf befand.

Da war der Schritt in die Praxis sofort klar: andere Reisen nach Böhmen anbieten. Und wieder vor der Haustüre fand sich das Evangelische Bildungswerk Regensburg, das diese Idee unterstützte.

Jiří Franc und Egon Urmann waren die ersten Glücksfälle, denen ich bei meinen Erkundungen im Böhmerwald begegnete. Sie erklärten mir Tschechien und mit ihrer Übersetzungshilfe konnte ich an Haustüren in den Dörfern klopfen und fragen: „Haben Sie Betten?“ Denn Pensionen gab es nicht und in die grauen Funktionärshotels wollte ich nicht. Statt eine Unterschrift für meine vorbereiteten Verträge zu bekommen, musste ich fast für jedes reservierte Zimmer einen Schnaps trinken. Es war abenteuerlich und es war wunderschön.

Fünf Jahre lang konnte ich das Projekt langsam aufbauen, der Donau-Moldau-Verein bot Heimat für eine weitere Projektstelle. Ich organisierte und begleitete zusammen mit tschechischen Freunden jährlich circa 10 Rad- und Wanderreisen und später auch Skilanglauftouren. Damals noch unter dem doppelt passenden Titel „Böhmische Dörfer“. Denn es ging in das unbekannte ländliche Böhmen und eine Portion chaotische Entdeckerfreude war immer dabei, gewollt oder ungewollt.

Der Beginn wirkt noch heute. Unsere Reisen entstehen nicht nach einfachen Rezepten, die Komfort und Konsum mixen. Sie entstehen mit der Leidenschaft der Reiseleiter, die ihre spannenden Themen in ihren besonderen Landschaften aktiv und kreativ vermitteln wollen. Ein bisschen Abenteuer und ein sympathisches Chaos darf und soll es dabei auch weiterhin geben. Das gehört fast schon zum Konzept, wenngleich wir jetzt nicht mehr in 5-Bettzimmern mit dem „Heisl“ draußen übernachten, sondern zumeist in bequemen Familienpensionen.

Seit 1997 heißt unser Projekt „Begegnung mit Böhmen“. Es wurde ein selbständiges Unternehmen. Es hat sich vielfältig weiterentwickelt, mit dem Schwerpunkt Literaturreisen und Kulturwandern, mit vielen Glücksfällen als Reiseleitern und mit der Ausdehnung über Mähren, Slowakei, Polen, Slowenien (und auch Ostbayern und Mecklenburg).

 

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Reisen Download

Zum 20jährigen Jubiläum haben uns
viele gratuliert, von den jeweiligen Botschaftern in Berlin und Prag
über Kardinal Vlk bis Minister Spaenle ... Und dazu viele sehr persönliche Gratulationen von Kunden
und Sympathisanten.

Genaueres HIER

 

 

 

Überschriften der mittellangen Fassung:

 

Vor 1989 - meine Vorgeschichte

 

GrenzenLos

 

Die üblichen Busreisen nach Prag

 

Erste Erfahrungen

 

Schnaps statt Unterschrift

 

Projektaufbau beim Evangelischen Bildunsgwerk Regensburg

 

Am Anfang nur 4 Reisen:
Radeln und Wandern

 

Begeisterte Presse

 

Literaturreisen

 

Preise und Auszeichnungen

 

Reisekonzept

 

Was hat sich verändert

 

Wachsender Komfort

 

Hartes Pflaster für Kulturreisen

 

Alter und neuer Geist in Böhmen

 

Begegnung trotz Politik

 

Ob alt oder neu: Vielsagende Bauten –
Gedächtnis in der Landschaft

 

Zwischen Rückzug und Offenheit

 

Man muss hinwandern!

 

Faszination Osten

 

 

 

Überschriften der langen Fassung:

 

Wann wird ein Unternehmen oder Projekt geboren?

Von Lam über Wackersdorf
in die „Dritte Welt“

Tourismusqualifikation – ein gescheitertes Projekt

Das Glück vor der Haustüre

Der Fall des Vorhangs

„Tschechei-Reisen“ = Konsumfahrten nach Prag

Schlüsselerlebnis Krumau 1990
Begegnung mit Böhmen – die ersten Glücksfälle

Schnaps statt Unterschrift

Erste Reiseabenteuer

Vom Projekt zum Unternehmen

Nach Radeln und Wandern auch
Kanu, Eltern Kind und Skilanglauf

Begeisterte Presse

Vom Beginn der LiteraTouren

Begegnung mit Böhmen wächst:
Slowakei, Polen, Slowenien ...

Neue Reiseleiter – neue Kulturthemen: Musik, Klöster ...
Bürokratische Bosheiten
Das Wachstums- und Verwaltungs-Dilemma
20 Jahre: Was hat sich verändert? Wachsender Komfort
Hartes Pflaster für Kulturreisen
Alter und neuer Geist in Böhmen
Begegnung trotz Politik
Alt und neu: Vielsagende Bauten
oder das Gedächtnis in der Landschaft Zwischen Rückzug und Offenheit
Man muss hinwandern!
Faszination Osten