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Zum Thema: Vorprogramm ] Kleinseite/Burg ] Josefov ] Friedhof/Kafka ] Theresienstadt ] Synagogen ] Pinkas ] Süden ]


Eine Litera- Tour vom 3. bis 10.11.2001

Unter Leitung von Artur Schnabl erkundete eine 11-köpfige Reisegruppe die Spuren des jüdischen Lebens in Prag vom 3. bis 10.11.2001. Ein Dankeschön auch an unsere Führer Dagmar Nemcova, Emil Svatek, Pavel Stransky und Peter ;;. 

In seinen lange dauernden und wiederholten Glanzzeiten war Prag immer eine Drei-Völker-Stadt. Der Mythos von der "Goldenen Stadt" wurde von Tschechen, Deutschen und Juden geformt. Dabei spielte das Judentum nicht nur eine große eigenständige Rolle, es war auch eine Brücke zwischen dem schwierigen Zusammenleben von Tschechen und Deutschen.

In Prag entfaltete sich das Schicksal des europäischen Judentums in seinen glanzvollen und in seinen schrecklichen Aspekten besonders nachdrücklich: seiner Blütezeit in der Renaissance und der extrem fruchtbaren Kulturepoche des frühen 20. Jahrhunderts steht der perfide Plan der Nazis gegenüber, ausgerechnet die alte Judenstadt Prag zu einem Museum einer "ausgestorbenen Rasse" zu machen.

Die Stationen unserer Fahrt:

Am Anreisetag gibt es als privates,  nicht zur organisierten Reise gehörendes Kontrastprogramm erst mal den großen katholischen Friedhof im Osten der Stadt, eine Besichtigung von der Burg Vysehrad, einen Spaziergang an der Moldau gegenüber der Neustadt sowie Impressionen vom verblichenen Glanz des Hotel Europa.

Am zweiten Reisetag geht es richtig los. Er dient der Erkundung der Kleinseite, der "Neuen Welt" sowie der Prager Burg. 

Ins Zentrum des jüdischen Lebens im Stadtteil Josefov geht es am 3. Tag

Am 4. Tag dient der Besichtigung des neuen Jüdischem Friedhofs und den Spuren von Franz Kafka in Alt- und Neustadt.

Der 5. Tag führt uns nach Theresienstadt unter der eindrücklichen Führung durch Pavel Stranska

Am 6. Tag einige unbekanntere, dafür umso spannendere Synagogen sowie Denkmale von Bohumil Hrabal.

Am letzten Reisetag noch einmal in das alte jüdische Zentrum mit Pinkas- Synagoge, Altem Friedhof und der Sonderausstellung mit Gemälden, die an die jüdische Gemeinde zurück gegeben wurden.

Diese Literatur- und Geschichtsreise bietet einen Überblick sowohl über jüdische Geschichte und Denkmäler als auch über das reiche künstlerische und vor allem literarische Leben. Die Balance zwischen Gedenken an das weit gehende Ende des jüdischen Lebens nach dem Holocaust einerseits und der Freude am Nachvollziehen der reichen jüdischen, insbesondere literarischen Tradition gelang uns. 

Wir haben dabei, wie diese Kurzbeschreibung zeigt, nicht nur die weltberühmten und daher auch überlaufenen Stätten des ehemaligen Ghettos besucht, sondern  auch abgelegene, vergessene und auch bizarre Orte. Bei Gruppenreisen dieser Art ist es nicht immer leicht, die Balance zwischen individuellem Freiraum einerseits und reichhaltigem Angebot an Führungen und dergleichen andererseits zu wahren. Dies ist gelungen, zumal wir ja nicht zur Erholung uns getroffen hatten;-) Es hat sich stets gelohnt, das Angebot an Führungen wahr zu nehmen - Erfahrungen und Kompetenz aus erster Hand waren stets gewährleistet. Auch die Konzentration auf das eigentliche Thema der Reise, ohne Scheuklappen anzulegen war trefflich. Gruppenhydraulisch sehr harmonisch, weil keine notorischen Zuspätkommer oder Zwischenquatscher oder Besserwisser dabei waren ;-) 

* auf Teile des Exposes unter http://www.boehmen-reisen.de/juedisches_prag.html wurde zurück gegriffen; Genehmigung der Fotos und Repros im Jüdischen Museum angefragt