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6. Tag Synagogen Lieben und Jersusalem bewölkt, 5 bis 9°, morgens etwas Regen Vormittags ist Freigang, 2 Teilnehmer knöpfen sich die großen Friedhöfe in Orlansky vor (katholisch und jüdisch ) Aber dann: mit der Straßenbahn fahren wir gemächlich und viel Stopp and Go nach Lieben im Nordosten der Stadt. In rustikal saniertem Umfeld ( Busbahnhof, Park & Ride Platz und Metrostation ) steht isoliert und unauffällig die ehemalige Synagoge. Dagmar erläutert uns, dass nach der Vertreibung aus dem Altstadt- Getto durch Maria Theresia sich hier ein Zentrum der jüdischen Bewohner entwickelte, die dann langsam wieder in die Altstadt zurück wanderten. Der Friedhof wurde in den 60er Jahren überschüttet; die Synagoge zum Proben- und Asservatenraum des örtlichen Theaters. B. Hrabal hatte Inneneinrichtungen der Synagoge selbst demontiert, was er in seiner Autobiographie aus der Sicht seiner Frau beschreibt. Heute wird die Synagoge gelegentlich für Ausstellungen und sonstige Kulturereignisse genutzt. Also ist eine Lesung unvermeidlich. Eine Stahlplatte im Fußweg sowie eine adrett bemalte Wand des Busbahnhofs erinnern an den großen Schriftsteller. Er hatte sich selbst literarisch reproduziert: einer seiner Helden fand den Tod anlässlich einer Taubenfütterung, herab stürzend aus dem 5. Stock seines Hauses - so später auch unser Autor. Statt der schnellen U-Bahn die gemütliche Straßenbahn. Die Linie 3 führt uns 2 mal über die Moldau, vorbei an Hafengelände und dem ehemaligen Schlachthof, heute zu Markthallen umgenutzt. Wir erreichen die Jerusalem- Synagoge in der Neustadt, wo uns Emil Svatek im kleinen beheizbaren Betsaal die Situation der heutigen jüdischen Gemeinde erläutert. Schwerpunkte
Die Synagoge selbst ist ein Prachtbau aus einem Guss, nicht so überladen wie die spanische Synagoge, in ihrer Harmonie gefällt sie uns freilich mindestens ebenso. Die Fenster zeigen die Namen der Sponsoren. |
Virtuelle Foto-Galerie Industriegeschichte und Kulturlandschaft | Stand: 19.01.02 | © Christian Brünig
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