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7. Tag Pinkas- Synagoge, Alter Friedhof, Restitution ..

heiter bis bewölkt, etwas Nordostwind, -5 bis 3°

Die heute Gedenkstätte der Pinkas- Synagoge ist vor Beginn des vormittäglichen Massenauftriebs unser erstes Ziel. In den hellen Wänden sorgfältig eingemeißelt und beschriftet die Daten der im Holocaust ermordeten Juden. Der Platz reicht gerade für eine Liste mit jeweils etwa 5 cm hohen Buchstaben - über 80000 Namen. 

Direkt nebenan der bis 1789 betriebene alte Friedhof. Wieder haben wir Glück und gehören zu den ersten Gruppen. Die immense Dichte der 20.000 Grabsteine auf einer Fläche von vielleicht einem Hektar wurde erzeugt durch Beerdigung in bis zu 12 Schichten übereinander. Bis vor knapp 10 Jahren noch frei zugänglich mit vielen Menschen, die recht respektlos kreuz und quer zwischen den Grabsteinen herum liefen, ist jetzt der Zutritt reglementiert durch einen abgezäunten Einbahnweg. Kurzer Stopp am Grab des berühmten Rabbi Löw (16. Jahrhundert). Natürlich erfahren wir auch hier Neues über Mordechai Maisel, die Familie Horowitz uvm. Natürlich endet der Rundgang mit einer Lesung, diesmal mit je einem Gedicht von und für Paul Celan. Man muss nicht die eigenwilligen und gewaltigen Sprachkonstrukte "verstehen" - an dieser Stelle wirken sie unmittelbar. 

Im so genannten Zeremoniensaal, dem neoromanischen Gebäude direkt am Ausgang des alten Friedhofs, ein weiterer Teil der Ausstellung zu den jüdischen Bräuchen, hier  mit den Themen Krankheit und Tod sowie speziell der Begräbnisbruderschaft. Mittagsrast in einem von Arthur erneut gezielt ausgesuchten Restaurant in der Nähe.

Am Nachmittag ein Kurzbesuch in der kleinen Sonderausstellung restituierte Kunst. Etwa 30 Gemälde, die von jüdischen Eigentümern in der nationalsozialistischen Zeit enteignet worden waren und nicht an Erbberechtigte Personen zurück gegeben werden konnten, sind noch bis Ende November 2001 zu sehen.  Trotz unterschiedlichen Geschmäcker der Gruppenmitglieder ergaben sich doch ein paar Favoriten. Der gestrige Ausflug zur Synagoge Lieben fand hier seinen planmäßigen Abschluss: aus der Autobiographie von B. Hrabal dessen Eindrücke von der Überschüttung  des Liebener Judenfriedhofs etwa 1970 mit einer gedanklichen Verbindung an im Holocaust erschossene Juden, deren Leichen ähnlich den LKW- Ladungen voll Erde und Schutt in Gräben fielen. 

Ein Teil der Gruppe versucht sich noch am Besuch des Kultlokals Goldener Tiger, ein anderer geht noch Devotionalien kaufen, einer nutzt das gute Fotolicht zu einem Ausflug in das Villenviertel am Südhang der Weinberge, vorbei an den Jugendstil- Fassaden des Wenzelsplatzes. Schließlich erreicht diese Teilgruppe wieder die geschlossenen Gründerzeitbebauung und die Wenzelskirche in der Nähe der berühmten Koh-i-Noor- Kurzwarenfabrik mit etwas verblichener Produktpräsentation.

Abends dann letzter Treffpunkt an extra reserviertem Tisch in unserer "Stammkneipe". Der junge Kellner erfreut und erheitert uns mit gediegen humorfreiem und rustikalem Habitus. Höhepunkt der nahezu britische Rausschmiss vor 23 Uhr. Egal, Dagmar und Artur berichten über ihre schönsten Erlebnisse mit Reisegruppen. Einzelheiten bleiben hier ausgespart wegen möglicher Geschäftsschädigung von www.boehmen-reisen.de;-) 

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Pinkas-Synagoge
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Alter Jüdischer Friedhof
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Dagmar auf dem Alten Jüdischen Friedhof
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Mittagspause in der Aktstadt
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Jugendstil am Wenzelsplatz
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Jugenstil am Wenzelsplatz
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Weinberge
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Weinberge
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Weinberge
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Wenzelskirche Weinberge
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Produkte Kohinoor- Kurzwarenfabrik
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Logo Kohinoor- Kurzwarenfabrik
 

Virtuelle Foto-Galerie Industriegeschichte und Kulturlandschaft | Stand: 19.01.02 | © Christian Brünig