Literarisch Reisen
in Slowenien / Slowenischer Karst / Triest / Ljubljana

Slowenien - Triest

Eine wunderbare, aber kaum bekannte Kulturlandschaft liegt zwischen Slowenien und der italienischen Hafenstadt Triest: der Karst. Karge Steinfelder, grandiose Höhlen und bezaubernde Weinterassen formen eine lieblichherbe Landschaft. Zum Wandern, Sehen und Lesen.

Die Kultur ist hier so vielfältig wie die Natur. Italienische, slowenische und österreichische Geschichte, Bauernwelt und klassische Moderne, alte Dörfer aus Bruchstein und Versicherungspaläste: Gegensätze, die sich bekämpften und befruchteten. Srecko Kosovel und Ciril Kosmac schrieben die slowenische Kultur ins europäische Literaturerbe. Und Peter Handke erlebte im Karst das „Land der Freiheit“. In der Handels- und Hafenstadt Triest entstand dagegen eine Literatur, die Geschäftssinn, Neurose und Identitätssuche auf ironische Weise vereinte: Italo Svevo, Umberto Saba, Claudio Magris und viele andere schufen den literarischen Mythos "Triest.

Anforderungen:
Diese Reise gehört, das Wandern betreffend zu den anspruchsvolleren Kulturwanderungen. Die Kulturwanderungen in Schlesien oder die LiteraTouren im Böhmerwald, in Mähren, in Masuren und Pommern sind leichter.

PROGRAMM

Sa.: Anfahrt (über Ljubljana). Bahnfahrer haben 3 Direktzüge ab München (ab 23.40 h, 8.27 h, 12.27 h - Dauer ca. 6 Stunden) nach Ljubljana-Hauptbahnhof. Dort erwarten wir Sie (18.31 h) und fahren zu unseren Hotels in Skofja Loka. (2 Übernachtungen) - Einführungsabend in einem reizenden Restaurant im alten Loka.

So.: Oberkrainer Erkundungen Freisinger Bischöfe haben die Stadt Škofja Loka (Bischoflack) in der Krain gegründet. Nach dem großen Erdbeben 1511 blieb der mittelalterliche Stadtkern fast unverändert; eines der wertvollsten Ortszentren Sloweniens. Wir wandern in der alpenvorländischen Umgebung zur gotischen Kirche im Wallfahrtsdorf Crngrob mit seinen eindrucksvollen Fresken. (Ca. 9 km)

Mo.: Ljubljana –Weiterfahrt in den Karst In 30 Minuten bringt uns der Zug in Sloweniens Hauptstadt, das Architekturjuwel Ljubljana (Laibach). Die heitere Barockstadt wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem bedeutenden Architekten Joze Pleènik zu mediterraner Eleganz modernisiert. Höhepunkte: Die drei Brücken und die grandiose Universitätsbibliothek. Am Nachmittag geht es weiter mit dem Zug zur Familie Fratnik. Ihr Weinhof liegt im Dörfchen Kobdilj am Rand des Slowenischen Karstes. Gleich nach Ankunft werden wir heimischen Käse, Schinken und Hauswein probieren. (Hier bleiben wir 9 Nächte!) Unsere Unterkunft mit dem Weinkeller Slowenischer Karst Weinkeller Teran „Kras“ - ein Wort, dessen Wurzel Schönsein bedeutet, und man kann das Steinland nicht anders nennen: Schönland… Ernst Decsey

Di.: Höhlen des Karst Die slowenische Landschaft „Kras“ wurde zum Namensgeber aller Karst-Landschaften. Schluchten und wilde Bäche geben ihr ein abwechslungsreiches Profil. Zwischen dem weinrei-chen Vipava-Tal und der Kras-Hochebene liegen zahlreiche eindrucksvolle Höhlen. Die Škocjan-Höhle wurde sogar ins Weltkulturerbe aufgenommen. Besonders beeindruckend ist der unterirdische Fluß Reka, der den Mythos vom Hades hervorgebracht habenkönnte. Karsthöhle Skocjan Nach dem Besuch dieses Naturwunders wandern wir vorbei an eindrucksvollen Karstbrüchen zu dem vergessenen Kirchlein St. Helena mit seinen spätgotischen Fresken. (Ca. 8 km) Kaoellen im Slowenischen Karst St.Helena: Vergessener Schatz der Spaetgotik

Mi.: Im Land des Teran und der Dichtung Ein heiterer Weingarten ist das Land zwischen den Dörfern Dutovlje und Tomaj. Die rote Erde bringt einen kräftigen, eigentümlichen Wein hervor: den Teran. Er passt gut zu den herben Gedichten des Karst-Dichters Kosovel, der in Tomai aufwuchs. Eine angenehme Wanderung (ca. 8 km) zur Einstimmung führt uns durch Wiesen und Weinberge nach Tomaij ins Kosovel-Haus, wo des jung verstorbenen Dichters liebevoll gedacht wird. Mit dem Nachmittags-Zug wieder zurück.Wer möchte, kann schon mal einen Abstecher ins 2 km entfernte Bergdorf Štanjel machen. Wein Slowenien

Do.: Poesie und Krieg. Duino und Isonzo. Die Karstküste gehört topographisch wie historisch zu den eindrucksvollsten Landschaften Europas. Die Grenzen und Geschichten Italiens, Österreichs und Sloweniens über-schneiden sich hier auf engstemRaum. Wir beginnen den Tag mit einer Wanderung über die Karst-Hochfläche (ca. 8 km). Hier verlief im Ersten Weltkrieg die berüchtigte Isonzo-Front, an der auch Scipio Slataper, einer der großen Dichters des Karstes, fiel. Wie die Antithese gleich dahinter die zauberhafte Steilküste mit dem Torre e Tasso-Schloss Duino, weltbekannt durch die Elegien von Rainer Maria Rilke. Wir spazieren auf Rilkes Spuren über die Felsmäander der Triester Bucht,wo Karst und Meer zusammentreffen. Auf dem Rückweg mit dem Bus steil hoch suchen wir in den engen Karstdörfern eine Osmica, eine slowenische Besenwirtschaft denn dort schmecken Terrano, Schinken und Käse am besten

. Fr.: Ruhetag im Bergdorf Stanjel Es wird Zeit, endlich jenen Ort zu besuchen, den wir die ganze Zeit vor der Nase haben. Das Dorf Štanjel ist nur einen kleinen Spaziergang (2 km) von Kobdilj entfernt. Zu Beginn des 20. Jahrhundert formte hier einer der Schüler von Joze Pleènik, der aus Kobdilj gebürtige Maks Fabiani, einen eigenwilligen künstlerischen Kosmos aus Klassik und Folklore. Im Krieg geriet der Ort zwischen die Fronten von Faschismus und Partisanen, und wurde teilweise zerstört. Heute siedeln sich wieder Künstler an. Besonders schön ist der Ort im späten Nachmittagslicht. Ein poetischer Abend in den von Fabiani entworfenen Ferrari-Gärten zählt zu den Höhepunkten dieser Reise.

Sa.: Die Hügel von Lukovec – Windflüge Einer der unvergesslichen Punkte der slowenischen Karsts liegt nicht weit von Kobdilj, so dass wir direkt dorthin wandern können: die Hügel von Lukovec. Im Sommer sirrt hier oben das Gras vor Hitze und im Herbst färbt die Ruje alles blutrot. Und der Wind bringt Wolken und Gedanken zum Fliegen. Herrliche Ausblicke ins benachbarte Vipava-Tal und auf den Gebirgsklotz des Nanos. Eine wunderbare Wanderung, die zuerst durch die verlassene Heidelandschaft bei Kobdilj führt, dann durch zwei hübsche Weinorte und endlich in die Wind-Hügel von Lukovec. (Ca. 15 km, leichte An- und Abstiege.)

So.: Rosandra-Tal und Istrien Mit dem Charterbus über die italienische Grenze ins Rosandratal, eine der schönsten Karstschluchten. Viele Menschen verschwanden in solchen “Foibe” in der drama-tischsten Phase des italienisch-jugoslawischen Konflikts am Ende des 2. Weltkriegs. Wir wandern über Karstwiesen mit wunderbaren Fernsichten durch die Schlucht hinunter nach Bagnoli (9 km, steinige Abstiege). Dann mit dem Bus wieder über die Grenze ins slowenische Istrien: eine malerische Gegend, in der sich viel Ursprüngliches erhalten hat. Durch ein verlassenes Dorf wandern wir 5 km am Karstrand zur romanischen Kirche von Hrastovlje, mit ihrem grandioser Freskenzyklus zum Thema Tod und Leben. „Jeder Felsen, jeder Baum, jeder Strauch, Masuren jede Straße, ein jedes birgt seine Erzählung.“ Srecko Kosovel

Mo.: Triest, die „Stadt aus Papier“ Noch einmal mit dem Charterbus nach Triest, das viele Namen trägt: „Stadt der Winde“, „Habsburgs Tor zur Welt“ etc. Der schönste stammt von Claudio Magris: „Stadt aus Papier“. Viele Seiten hat sie: österreichische, italienische und slowenische. Und trotz ihrer Versicherungspaläste und noblen Kaffeehäuser wirkt sie fragil, wenn die Bora, der kalte Wind von der Karst-Hochebene, in die alten Seiten faucht. Vielleicht stehen die drei großen Autoren Triests, James Joyce, Italo Svevo und Umberto Saba auch deshalb so schief, weil sie sich gegen den Wind stemmen müssen. Gut, dass sie aus Bronze sind. Ein Abendbummel an der Mole bendet diesen Tag. Gorce Karstdörfer

Di.: Alte Dörfer und herber Wein Der letzte Tag gehört noch einmal dem Karst. Alte Weindörfer aus Bruchstein schmiegen sich an die Hänge. Auf einer Wanderung durch Weinberge und Wälder (15 km, hügelig) genießen wir ein letztes Mal die grandiose Landschaft vor unserer Haustür. Altösterreich und Partisanen haben hier ihre Denkmäler hinterlassen. Steil ist der Anstieg zur uralten Kirche Tabor, aber der weite Ausblick ins Vipava-Tal entschädigt für alle Schweißtropfen. Schon geht es hinunter ins schöne Goèe, wo uns die Frau Lehrerin mit selbstgekeltertem Wein erwartet, mit dem wir auf den Abschied vom Karst anstoßen. „Ich bin überzeugt, daß die Zigarette anders und bedeutsamer schmeckt, wenn sie die letzte sein soll.“ Italo Svevo Und dann wartet noch eine exquisite Überraschung... Triest Mole

Mi.: Rückfahrt, z. B. über Venedig Zugfahrer haben verschiedene Möglichkeiten, von Stanjel nach Hause zu kommen: z.B. um 6.54 h früh mit dem Direktzug nach Jesenice und weiter im EC nach München (an 15.33 h). Oder über Ljubljana (in 2,5 Std. + 6 Std. nach München). Oder über Triest in ca. 3 Stunden zur Zwischen-station in Venedig. Dort weiter etwa mit dem Nachtzug 22.51 h nach München (an 6.30 h).

Oder verlängern Sie den Urlaub zum Beispiel für die nahe slowenische Adriaküste mit dem Stadtkleinod Piran? Oder machen Sie einen Zwischenhalt in den Julischen Alpen? Andrej Bandeli gibt gerne Empfehlungen, ganz auf Ihre Wünsche zugeschnitten. Eine gute Hotelauswahl für Koper, Triest oder Venedig und sehr gute Buchungsbedingungen bekommen Sie über HRS.

Leistungen

Reisebegleiter: Andrej Bandelj und Arthur Schnabl


Die Reise findet mit 7 – 17 Teilnehmern statt.
Sobald wir absehen können, dass wir die Mindestteil-
nehmerzahl 7 nicht erreichen, informieren wir Sie. Im
Allgemeinen wird dies 2-3 Monate vor Reisebeginn sein.
Unsere letzte Rücktrittsmöglichkeit bei Nichterreichen der Mindetteilnehmerzahl ist 3 Wochen vor Reisebeginn.

Termine 2011
11.06. - 19.06. Es gibt noch freie Plätze
09.07. - 17.07. Es gibt noch freie Plätze
03.09. - 11.09. Es gibt noch freie Plätze

Reisepreis: 890 €
EZ - Zuschlag: 150 €
Frei = Frei Restplätze = Restplätze Ausgebucht = Ausgebucht
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Leistungen Technische Infos
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Stanjel Touristische Attraktion Slowenien Dorf Maks Fabiani
Ein Höhepunkt im Karst:Das Dorf Stanjel

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09.06 - 19.06. Es gibt noch freie Plätze
22.09. - 03.10. Nur noch wenige Retsplätze vorhanden

Reisepreis: 1190 €
EZ - Zuschlag: 170 €

Es gibt noch freie Plätze = Frei = Restplätze Leider Ausgebucht = Ausgebucht
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Leistungen technische Infos
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Reiseroute


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