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Das jüdische Prag

Literarische und historische Streifzüge durch ein einzigartiges Kulturphänomen.
Goldene Palme 2001, 1. Platz (Touristikpreis der GEO Saison) siehe: Presseinfo

Teilnehmerzahl: 10 bis 18

Einen sehr ausführlichen Bericht zu dieser Reise mit über 50 hervorragenden Fotos hat unser Stammkunde Christian Bruenig verfasst. Reisebericht Jüdisches Prag

Konzept

Drei-Völker-Stadt Prag In seinen Glanzzeiten war Prag immer eine Drei-Völker-Stadt. Der Mythos von der "Goldenen Stadt" wurde von Tschechen, Deutschen und Juden geformt. Dabei spielte das Judentum nicht nur eine große eigenständige Rolle, es war auch eine Brücke im schwierigen Zusammenleben von Tschechen und Deutschen. In Prag entfaltete sich das Schicksal des europäischen Judentums in seinen glanzvollen und in seinen schrecklichen Aspekten besonders nachdrücklich: seiner Blütezeit in der Renaissance und der extrem fruchtbaren Kulturepoche des frühen 20. Jahrhunderts steht der perfide Plan der Nazis gegenüber, ausgerechnet die alte Judenstadt Prag zu einem Museum einer "ausgestorbenen Rasse" zu machen.

Berühmtes und Verborgenes
Unsere Reise wird den vielfältigen Spuren des jüdischen Prag nachgehen. Dabei werden wir nicht nur die weltberühmten und daher auch arg überlaufenen Stätten des ehemaligen Ghettos besuchen. Wir wollen auch abgelegene und vergessene Orte aufsuchen, Orte, die oft mehr Eindruck hinterlassen als die bekannten ... Wir besuchen Prager Außenbezirke, die man normalerweise nicht zu sehen bekommt. Zum Programm gehört auch eine Fahrt nach Theresienstadt / Terezin, die erste KZ-Station für die meisten böhmischen Juden auf ihrem Weg in die Vernichtungslager.

Geschichte und Literatur - laufen und lesen
Das Prager Judentum gehört ebenso wie das multikulturelle Land Böhmen der Vergangenheit an. Wer dessen historischen Zauber und kulturellen Reichtum erleben will, sollte sich nicht nur Orte und Dinge ansehen. Den intensivsten Einblick in die Bedeutung des jüdischen Prag ermöglichen seine Autoren. Deshalb werden berühmte und vergessene jüdische Schriftsteller unsere Begleiter sein: Franz Kafka, Franz Werfel, Egon Erwin Kisch, Leo Perutz und viele andere. Unsere Stadtwanderungen und -fahrten werden wir durch Lesungen vor Ort oder abends im Hotel Europa ergänzen und vertiefen. Die Literatur wird unsere "vierte Perspektive" sein, die nicht nur die Geschichte lebendig macht, sondern auch die Aktualität des jüdischen Lenbens heute.

Reisebegleiter - Begegnungen Ständige Reisebegleiter sind Arthur Schnabl, Journalist und Literaturkenner und die Pragerin Dagmar Nemcova, Spezialistin für die jüdische Geschichte der Stadt. Dazu kommt tageweise der Prager Stadtführer Ing. Dusan Dohnal. Wir kommen auch mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinde ins Gespräch und treffen, wenn es seine Zeit erlaubt, den Inhaber des Vitalis-Verlags, Dr. Harald Saalfellner.

Reiseverlauf

Samstag Ca. 18 h Treffpunkt im JugendstilHotel Europa am Wenzelsplatz (Genaues im Anschreiben). Prag ist mit dem Zug aus allen Städten der BRD gut zu erreichen. Ein kurzer Spaziergang über Wenzelsplatz und die anschließenden Straßen gibt einen ersten Einblick in die geistige Geschichte des modernen Prager Judentums: hier schrieb das "Prager Tagblatt" Zeitungsgeschichte und im Piaristenkloster lernten viele berühmte Autoren das ABC. Danach in einem gemütlichen Lokal Vorstellungsrunde und kurze Reiseeinführung.

Sonntag: "Herr und Kammerknecht" - Kleinseite und Hradschin. Spaziergang über die idykllische Kleinseite und Novy Swet zum Hradschin, wo die böhmischen Könige und die habsburgische Kaiser saßen, die das Schicksal der Prager Juden in ihren Händen hatten und von deren Geld abhängig waren. Hier trafen sich Kaiser Rudolf II, sein Finanzier Mordechai Maisl und der berühmte Rabbi Löw. Der Schriftsteller Leo Perutz ("ein Fehltritt Agatha Christies mit Franz Kafka") hat dieses Verhältnis in seinem faszinierend vielschichtigen und spannenden Roman "Nachts unter der steinernen Brücke" beschrieben. Nachmittags zeigt Ihnen unser Prager Stadtführer, Ing. Dusan Dohnal, den Hradschin und den Veitsdom.

Montag: "Vom Golem zur Moderne" - Das ehemalige Ghetto Das Herz des Prager Judentums lag in Josefov, der Josefsstadt. Seit tausend Jahren ist hier die jüdische Gemeinde ansässig. In der Literatur hat es das Prager Ghetto zu Weltruhm gebracht: durch Gustav Meyrinks "Golem". Nirgends läßt sich der ewige Widerstreit zwischen Tradition und Moderne, Orthodoxie und Assimilation, besser verfolgen. Vom ehemaligen Ghetto blieb wenig: das jüdische Rathaus und vier Synagogen, insbesondere die Altneusynagoge, das liturgische Zentrum des jüdischen Prag. Ein erster Gang konfrontiert uns mit dem Glanz der Spanischen Synagoge und dem Dunkel der uralten Altneu-Synagoge. Für diesen Tag ist ein koscheres Mittagessen im Gemeindesaal des Jüdischen Rathauses geplant. Nachmittags machen wir einen Abstecher zum Rudolfinum, wo ein Komponist die Nazis ärgerte

Dienstag: Kafka und Kisch, oder: wie man die Welt betrachten kann Das jüdische Prag hat exemplarische Werke der literarischen Moderne hervorgebracht. Im Umkreis der Prager Altstadt mit ihrer bizarr verwin-kelten Architektur entstand Franz Kafkas uner-hörtes Werk, das wie keine andere Literatur die menschliche Existenz in ihrer Hoffnung und ihrer Sinnlosigkeit thematisiert. Im gleichen Lebenskreis wie der einsame Kafka jagte auch sein Gegenpol, der "rasende Reporter" E.E. Kisch nach Geschichten vom Menschen. Wir schlendern auf Kafkas und Kischs Spuren durch die Altstadt. Am Nachmittag erholen wir uns vom Großstadtgetriebe auf dem neuen jüdischen Friedhof, wo nicht nur Franz Kafka begraben liegt. Später Besuch der Franz-Kafka-Buchhandlung und ev. Gespräch mit dem Verleger Dr. Harald Salfellner

Mittwoch: Mitten im Schrecken singen - ein Tag in Theresienstadt 60 km nordwestlich von Prag liegt das Städtchen Terezin mit seiner Barockfestung. Hier richteten die Nazis das "Vorzeige"- KZ Theresienstadt ein. Es war vor allem für böhmische Juden gedacht, die hier auf ihren Transport in die Vernichtungslager warten mußten. - Mitten im Schrecken versuchten die Menschen, mit Kulturveranstaltungen ihre Würde zu bewahren. Wir fahren mit dem Zug und gehen den Weg zehntausender Häftlinge zu Fuß vom Bahnhof Bohusovice nach Terezin (2 km). Begleiten wird uns jemand, der die NS-Greuel in Theresienstadt und anderen Lagern am eignen Leib erfahren hat.

Donnerstag: Die Zerstörung des Tempels - die Vorstadt Líben Vormittags frei. Am Nachmittag erleben wir in der Prager Vorstadt Líben einen vergessenen Ort der Religion und Literatur voll Trauer und Würde. Hier hat sich Bohumil Hrabal, einer der größten tschechischen Autoren "verewigt". Danach Treffen mit Herrn Emil Svátek, dem "Schammes" der stillen Jerusalem-Synagoge. Gespräch über die heutige Situation der Prager Gemeinde.

Freitag: Wände aus Namen - Pinchas-Synagoge Am Vormittag in der Klaus-Synagoge, wo jüdisches Leben- und Religion mit ihrer Vielzahl von Riten und Bräuchen erlebbar wird. Am Nachmittag eine eindrucksvolle Begegnung mit Orten des Abschieds und der Erinnerung: die stimmungsvolle Pinchassynagoge, deren Wände aus 80 000 Namen ermordeter Juden bestehen; und natürlich der alte jüdische Friedhof, der um diese Zeit hoffentlich etwas ruhiger ist. Wer Lust hat, wirft vom Letna-Plateau noch einen letzten stimmungsvollen Blick auf Prag: dort, wo ein verschwunde-nes Kolossal-Denkmal Bertold Brechts "Lied von der Moldau" ins Bewußtsein holt: "es ändern sich die Zeiten ..."

Samstag Gemeinsames Frühstück - Rückfahrt. Abfahrtszeit je nach Bedarf, wir helfen bei der Organisation

Leistungen / Preise

- 7 Übernachtungen mit Frühstück
  im Jugendstilhotel Hotel Europa
- 2 Begleitpersonen
- alle Fahrten in Prag
- Stadtführungen, Gesprächsabende
- Eintrittskarten bei den Gruppenführungen
- intensives Karten-, Lese- und Infomaterial

Reisepreis: €
EZ - Zuschlag: €

Zimmer mit Dusche/WC: € 700.-
Einzelzimmer mit Etagendusche: € 640.-
Einzelzimmer mit Dusche/WC: € 890.-

Veranstalter ist "Begegnung mit Böhmen",
Dr. Erwin   Aschenbrenner.  

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Jüdisches Prag

" Wie war´s? "
Wir fragten unsere Gäste:

"Ein großartiges Erlebnis! ... so viel und so fundiert über das vergangene und gegenwärtige Leben der Juden in Prag zu erfahren, ihre Synagogen zu erleben und Anregungen zum Weiterlesen ihrer Literatur zu bekommen ..." (März 2002)

"schööön. ... Eine unorthodoxe Art zu reisen wurde suggeriert. Die Suggestion wurde Wirklichkeit". (August 2001)

"Summa summarum: die Reise war ein einzigartiges Erlebnis. Sie hat bei mir tiefe Eindrücke hinterlassen und ich habe ein paar Tage gebraucht, um in meinen Alltag zurückzufinden." (Juli 2001)

"Ich habe in der kurzen Zeit sehr viel über ein Land erfahren, das mit bisher eher suspekt war ... Es war wirklich eine Begegnung mit Böhmen und ein wunderschönes Kulturerlebnis! Vielen Dank!" (Mai 2000)

Vergleichen Sie auch den ausführlichen Reisebericht unseres Stamkunden Christian Bruenig.

Kultur-Urlaub in Prag

"Ein schwieriges Thema, und doch war es keine dauernde Betroffenheit, im Gegenteil: es waren aufbauende Erinnerungen an die großen Zeiten des jüdischen Prags. Und wir lernten Prag von einer ganz anderen Seite kennen, sicherlich viel interessanter und realitätsnäher als das touristische Prag, ein wirklich begeisterndes und tiefes Erlebnis." (Mai 2000)

"Es klingt unwahrscheinlich, aber mir fällt kein Kritikpunkt ein! Dies ist sicher nicht meine letzte Reise mit Ihren Unternehmen." (Mai 2000)

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